Kenjutsu Training in Eberbach bei Heidelberg
Japanischer Schwertkampf im Tengu Akasha Dojo
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Kenjutsu - geschichtliche Hintergründe
Der traditionelle japanische Schwertkampf Kenjutsu hat in Japan eine sehr lange Tradition.
In Japan war es schon in sehr früher Zeit Sitte, im Kampf das Schwert zu nutzen. Im japanischen Mittelalter, als auch die Kriegerschicht der sogenannten Samurai entstand (ca. 11. Jahrhundert), kam es zur Entwicklung von verschiedenen Schwertkampfstilen. Jedoch nur die überlebten die Zeiten, die für den Kampf auch tauglich waren. Alle anderen verschwanden wieder. Große Schwertkampf-Meister feilten die Künste des Schwertes immer weiter aus. Dadurch stieg das Kenjutsu-Niveau stetig.

Zwischen 1600 und 1868 (Edo Periode) herrschte in Japan Frieden und die Samurai begannen sich neben den Kampfkünsten noch weiteren Künsten zu widmen, darunter z.B. die Tee-Zeremonie. Im Laufe der Zeit wurde beides miteinander verbunden - das harte Training mit den angenehmen Künsten. Daher ist von einigen der Kenjutsu-Stile heute nur noch die Form vorhanden. Die Ursprünge des Schwertkampfes sind dort fast nicht mehr ersichtlich.
Um ca. 1850 rum öffnete sich Japan der westlichen Welt und die Kriegerschicht der Samurai wurde schließlich abgeschafft. In dieser Zeit spielt auch der bekannte Kinofilm "Last Samurai" mit Tom Cruise.
Es gibt heute in Japan noch viele Ex-Samurai- Familien, die ihre Kampfkünste immer noch trainieren. Allerdings ist es für Ausländer sehr schwer diese zu finden, da fast keine Werbung dafür gemacht wird. Das ist auch der Grund, warum viele dann beim Volkssport Kendô landen. Kendô hat feste Regeln und die Künste der Samurai sind nur leicht darin auszumachen.
Authentischer japanischer Schwertkampf - Kenjutsu
Seit meiner frühen Kindheit bin ich begeisterter Fan der ostasiatischen Kampfkünste. Bereits mit 13 Jahren war ich Kampfkunst-Schüler verschiedener Stile und meine Lehrer waren fast alle Japaner. Durch den Umgang mit meinen Lehrern eröffnete sich für mich die Welt der japanischen Sprache und Kultur. Mit der Zeit fand ich heraus, dass ich besonderes Interesse an den alten japanischen Kampfkünsten hatte und bald darauf trainierte ich nur noch klassische Stile wie Ninjutsu, Taijutsu, Bojutsu und Kenjutsu. Da ich in dieser Zeit öfters Japan bereiste und dort viele Kontakte geknüpft hatte, war es mir irgendwann gegönnt meinen heutigen Kampfkunst-Meister Taguchi kennenzulernen. Er kommt aus einer der Samurai Familien, die ihre Künste von Generation zu Generation weitergegeben hatten. Damals blickte er auf eine mehr als 55 Jahre lange Karriere in alten Kampfkunst-Stilen zurück. Taguchi-Sensei ist Großmeister (ein Großmeister bildet als Lehrer andere Lehrer aus) mehrerer Kenjutsu-Stile, im Ninjutsu und Bojutsu. Außerdem hat er einen eigenen Stil gegründet: "Taguchi Ryubojutsu". Die Wurzeln seines Kenjutsu-Stils sind Sojutsu, Shinkan Ryu, Yagyu Shinkage Ryu und Eishin Ryu.
Nachdem Taguchi-Sensei Kenjutsu-Großmeister wurde, lernte er Masaaki Hatsumi kennen. Hatsumi ist Linienoberhaupt und Großmeister im Ninjutsu. Taguchi und Hatsumi tauschten sich über die Jahre hinweg aus und so wurde Meister Taguchi auch Großmeister im Ninjutsu.
Als ich von 1996 bis 1999 drei Jahre lang in Japan lebte, genoss ich neben dem Standart-Training fast jeden Tag Privatunterricht bei Meister Taguchi. Das war eine besondere Ehre für mich. Er schickte mich mehrfach für mehrere Wochen in besondere japanische Wälder, in denen ich traditionell in der Natur meditierte und trainierte. Ich wurde schließlich sein Assistenzlehrer. Nachdem ich als solchen ein gutes Jahr lang trainierte und unterrichtete, bekam ich von ihm die Erlaubnis, seine Kampfkünste im Westen zu unterrichten. Es geht dabei um die Kombination von Ninjutsu und Kenjutsu.
Kenjutsu-Training mit Mark Hosak
Trainiert wird mit dem traditionellen hölzernen Schwert (jap: Bokutô, Bokken). Echte Klingen werden im Training erst dann benutzt, wenn der Schüler sehr fortgeschritten ist. Der Schwerpunkt beim Kenjutsu-Training nach Taguchi liegt auf einer sehr sauberen Technik, gepaart mit der Fähigkeit sich natürlich dabei bewegen zu können. Sehr feine Details, wie bei den Samurai, wer wann welchen Schritt geht, sind erstmal nicht so wichtig.

Wichtiger sind die Partnerübungen, mit denen sehr bald begonnen wird. Man übt Schwert gegen Schwert, Schwert gegen Stock und Schwert gegen Unbewaffnet usw. Wir gehen im Training zunächst mal davon aus, dass wir keinen großen Samurai-Helm tragen. Entsprechend sind auch die Techniken konzipiert. Das kann man sehr gut an dem Foto rechts erkennen. Hätte ich auf dem Foto einen großen Helm auf dem Kopf, hätte ich es sehr schwer mein Schwert dort hinzunehmen, wo ich es halte.
Kenjutsu-Aufwärmtraining
Auch beim Kenjutsu haben wir besondere Übungen, die man mit einem Aufwärm-Training vergleichen kann. Die Übungen, die auch ein wichtiger Bestandteil der Basistechniken sind, helfen dabei für den Schwertkampf geschmeidiger und stärker zu werden und gleichzeitig verringern sie das Verletzungsrisiko. Wenn man es genau nimmt, sind es Dehn- und Muskelübungen, mit denen sich der Schüler auf das Training vorbereitet. Außerdem erreicht man durch sie schnell ein hohes technisches Niveau. Das Aufwärmtraining führen wir mit dem Bokken (Holzschwert) aus.
Kenjutsu-Basistechniken

Während die grundlegende Fußarbeit und Technik vorbereitend auf die Partnerübungen trainiert werden, ist ein weiteres Ziel, dass man sich dabei immer natürlicher bewegen lernt. Zu Beginn sind es hauptsächlich vertikale Schläge, die wir üben. Es geht dabei aber nicht um Muskelkraft, sondern darum locker und flüssig die Bewegung mit hoher Effektivität durchzuführen. Die Japaner sagen, dass bei guter Technik die Kraft von der Hüfte auf das Schwert übertragen wird. Das Schwert soll wie ein Glied des Körpers fungieren. So spart man Kraft, es wirkt recht elegant und der Geist wird dadurch belebt. Je besser einem diese Technik, die eine der wichtigsten ist, gelingt, umso leister fallen einem die darauf folgenden Bewegungen. Ebenso gilt das für die anderen Richtungen, die das Schwert nehmen kann.
In dem Grad, wie der Schüler Fortschritte macht, lernt er auch die anderen Richtungen. Jede Technik üben wir im Stehen, im Sitzen und aus der Bewegung heraus. Bei der Bewegung spielt eine ausgeklügelte Fußarbeit eine sehr wichtige Rolle. Die Abwehr und der Angriff gehen dabei fließend ineinander über. Mit jeder Abwehr übt man auch gleichzeitig eine Art des Angriffs. Übt man zunächst ohne einen Partner, merkt man das zuerst nicht. Deshalb führe ich immer die Techniken an Schülern vor, damit der Sinn verstanden werden kann und der Bezug zur Realität vorhanden bleibt.
Partnerübungen im Kenjutsu
Hier ist sehr wichtig, dass wir eigenverantwortlich miteinander trainieren. Gefährliche Spielchen und Ego-Profilierungen sind bei den Kenjutsu-Partnerübungen fehl am Platz.
Zu Beginn trainieren wir festgelegte Abläufe. Irgendwann werden dann verschiedene Kombinationen natürlich aneinandergekettet und später wird das Training dann immer freier.
Durch die Berührung der Holzschwerter lernt man mehr und mehr zu fühlen, wie man darüber arbeiten kann. Man lernt sozusagen mit dem eigenen Schwert, die Bewegung des Gegenübers zu spüren, so dass man dadurch schneller reagieren kann, als wenn man sich nur auf seine Augen verlassen würde. Das geht natürlich nur so lange, wie man den Kontakt aufrecht erhält. Wir blocken das angreifende Schwert nicht ab, sondern nehmen es mit unserem Schwert auf und führen es weiter dorthin, wo wir es gebrauchen können. So wird eine Art absichtsloses Handeln zum Ziel bei den Kenjutsu-Partnerübungen.
Schwertziehen - Iaido
Um ein Schwert benutzen zu können, muss man es erst mal ziehen. Nachdem man es benutzt hat, steckt man es natürlich wieder zurück. Fußarbeit, Geschick und Geschwindigkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Für das Ziehen des Schwertes gibt es verschiedene Möglichkeiten: horizontal, vertikal oder diagonal. Auch wenn es erst mal nur so aussieht, als wäre es nur eine anmutige Kunst, ist es wichtig daran zu denken, dass viele der Schwertzieh-Bewegungen in weiteren Techniken münden, die als Angriff oder Verteidigung benutzt werden können.
Fortgeschrittene Partnerübungen im Kenjutsu
Wenn die wichtigsten Kenjutsu-Grundtechniken sitzen, werden fortgeschrittene Partnerübungen unterrichtet. Früher in einem Kampf gab es oft die Situation, dass unbewaffnete auf bewaffnete Krieger trafen. Daher haben wir im Kenjutsu auch entsprechende Techniken zur Entwaffnung des Gegners. Weiterhin gibt es im Kenjutsu auch Würfe, Hebel und Fallschule, natürlich mit Schwert. Ist der Schüler sehr fortgeschritten, kann er die Zweischwert-Schule (Niten) trainieren, außerdem weitere Kenjutsu-Waffen. Darunter sind z.B. Speer, Hellebarde oder die Sichel.
Kenjutsu und Meditation
Wir beginnen das Kenjutsu-Training mit einer traditionellen meditativen Begrüßung. So kann man die alltäglichern Sorgen loslassen und sich ganz auf das Kenjutsu-Training einstimmen und einlassen. Nach dem Training folgt dann das Gegenstück: Die positiven Schwingungen des Kenjutsu-Trainings können ins alltägliche Leben mitgenommen werden, damit sie dort weiterwirken können.
Wenn du bei mir Kenjutsu lernst, gleicht das einer besonderen, bewegungsreichen Meditation. Je mehr man es schafft dabei zentriert zu bleiben und gleichzeitig innerlich loszulassen, und den Körper sich einfach natürlich bewegen lässt, umso effektiver ist das Training und umso leichter kann das Kenjutsu verinnerlicht werden. Um das zu erreichen, sind im Training spezielle Übungen enthalten. Wir lernen Kenjutsu über unseren Körper, deshalb darf der Geist sich dabei entspannen.
Aufgepasst!
Das sagen begeisterte Seminarteilnehmer zum Kenjutsu Seminar:
"Nun ein Feedback zum Workshop vom Sonntag:
Danke!
Es war ein gefüllter Tag, der keine Minute zu viel barg.
Du hast mir, und ich denke uns allen viel geschenkt, uns vielleicht auch ein bißchen verzaubert. Ich denke, uns war allen schnell klar, daß Du wahrhaftig Wissen und Erfahrung hast, und wir von Dir schöpfen können. Auch bist Du ein wunderbarer Pädagoge, der es versteht eine Gruppe unterschiedlichster Leute, die sich gegenseitig fremd sind zusammenzuschweißen, als hätte es gar nicht anders sein können. Du hast uns kontinuierlich etwas zum Arbeiten gegeben, uns in Bewegung gehalten ohne uns zu schröpfen oder auszulaugen. Fast experimental/spielerisch und locker, aber ohne auf die Disziplin zu verzichten hast Du uns einen roten Faden gesponnen, an dem wir uns entlangschlengeln konnten – durch unser Abenteuer [...]"
(Teilnehmer persönlich bekannt)